゚ᄃパhl

Künstlerbund Speyer e.V.

Kursk, 14.02.2003

 

... Wie schnell doch die Zeit vergeht, 13 Jahre ist es her:

Es ist, als ob der Duft Speyers Straßen mir immer noch um die Nase weht, als ob dies alles erst gestern gewesen wäre.

 

Damals, 1990 habe ich eine Art Schockzustand erlebt.

Alles ist auf mich hereingebrochen:

Ich war zum ersten Mal außerhalb der Sowjetunion, in einem westlichen Land, in einer ganz anderen Kultur mit anderen Menschen - fremd und ängstlich in einer mir völlig unbekannten Welt.

Wenn dazu noch die Sprachkenntnisse fehlen, ist die Katastrophe perfekt. Ich konnte keinen etwas fragen oder jemanden antworten. Deshalb war da nur noch eines: fühlen.

 

Und ich muss sagen, damit habe ich Glück gehabt: Ich entdeckte nicht nur Interesse zu mir selbst, sondern erfuhr auch die Zuwendung von vielen Künstlern und Einwohnern dieser Stadt.

 

Die Zeit in Speyer spielt eine große Rolle in meinem künstlerischen Leben, denn ich war gezwungen, einiges zu überdenken. Ich habe begriffen, dass ein Teil der modernen Kultur und Kunst fast an mir vorbeigerauscht wäre. Die Zeit in Speyer stellte mir viele Fragen, einige der Antworten suche ich noch heute. Ich glaube, diese Suche ist das Wichtigste.

 

Manchmal fehlen mir auch die Feste und ich erinnere mich an das Brezelfest, das Altstadtfest, die Weinfeste und alle meine deutschen Freunde...

 

 

Abb. unten

W. Daibov "Anlegestelle für Transitschiffe", 2006