Die Bilder auf den Plattencovern der Beatles, Nirvanas oder Zappas haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Heute zu Icons auf dem iPad verkommen, hatte sich das Bild auf der Vinyl-LP durch stundenlanges Starren während des Musikhörens tief in das Gedächtnis verbissen. Liebscher durchwühlt die Abraumhalde der Bilder und fördert eine Ikone wie Peter Blakes Sgt Pepper Album zu Tage, eines der am meisten zitierten Werke der Popart. Nur bei Liebscher sind die Portraits der Pophelden durch Liebschers eigenes Konterfei ersetzt: Kinderbilder, Jugendportraits und Figuren aus den aktuellen Werken im wildem Durcheinander. So sehen wir in absurder Gleichzeitigkeit einen Zeitraum von 46 Jahren, der auf einem Bild zu einem Moment komprimiert wird. Die Liebscher-Köpfe sind keine digitale Collage, sondern echte Pappkameraden, die von 30 Studenten im Fotostudio der HfG Offenbach hochgehalten werden. Stellenweise ist die Fassade brüchig, Hände tauchen auf und einer lugt zwischen den Liebschers hervor. |